Gemüsegarten

Ab ins Beet – der Gemüsegarten im April

26. April 2018
Anzucht und Direktsaat im April

Endlich ist es soweit – Radieschen, Rote Beete, Zuckerschoten und viele andere Gemüsesorten können seit ein paar Wochen endlich direkt ins Beet gesät und die ersten Salate und Kohlrabis gepflanzt werden.

Ach wie viele Monate haben wir darauf gewartet endlich die erste Gemüsesaat direkt ins Gartenbeet zu bringen. Die Aussaat und Anzucht im Haus ist ja schon seit Ende Januar in vollem Gange. Unsere wenigen Fensterbretter sind belegt mit kleinen Tomaten-, Chili-, Paprika-, Kohlrabi-, Salat- und Brokkolipflanzen sowie etlichen einjährigen Kräutern. Sie alle buhlen nach Licht und somit um den besten Platz.

In den Gartenbeeten herrschte dagegen Ende März noch immer gähnende Leere – eigentlich untypisch. In den vergangenen Jahren hatte ich zu dieser Zeit zumindest schon Zuckerschoten, Möhren und Pflücksalat ausgesät. Dieses Jahr sollte es anders sein – das Wetter spielte erst seit Anfang April mit. Seitdem rotieren wir, vor allem am Wochenende, in unserem Garten – schließlich wollen wir unsere Teller schon ganz bald mit selbst gezogenem Salat, Radieschen, Möhren und vielen anderen Gemüsesorten füllen. Ein paar Blätter des Asiasalates (aus unserem Frühbeetkasten) haben wir sogar schon gezupft und gekostet. Die Freude auf die erste Ernte steigt also.

Asiasalat im Frühbeetkasten

Selbstversorgung in den Sommermonaten

Unser Ziel ist es nämlich jedes Jahr aufs neue, so wenig Gemüse und Obst auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt zu kaufen. Viel lieber wollen wir vom Frühling bis in den Herbst hinein unser selbst gezogenes und gepflanztes Gemüse essen. Gründe dafür gibt es viele. Einer wäre beispielsweise, dass wir im Sommer stets frisches saisonales Gemüse und voll ausgereiftes Obst genießen können, das geschmacklich viel mehr als Supermarktware überzeugt. Dank der kurzen Wege vom Garten bis in die Küche ernten wir Radieschen, Salat, Bohnen und Co. erst kurz vorm Verzehr. So bleiben Geschmack und Vitamine weitestgehend erhalten. Außerdem können wir (alte) Gemüsesorten ausprobieren, die man im Handel wirklich nur schwer bekommt. Die Vielfalt in unserem Garten und somit auf unserem Teller liegt also in unserer Hand – ein schöner Gedanke, wie ich finde. Natürlich kann man nur ernten, was man sät und pflanzt. Aber für mich ist das Garteln vielmehr Erholung von meinem Bürojob als Arbeit. Es macht mir Spaß, unserem Gemüse beim Wachsen zu zu sehen und unsere Tochter lernt so von klein auf, achtsam mit Nahrungsmitteln umzugehen.

Kohlrabi vorziehen und pikieren

Gemüseanbau auf kleinstem Raum

Für ein wenig Gemüse braucht man anfangs auch keinen (riesigen) Acker. Ein paar Kisten und Töpfe oder ein Hochbeet tun es fürs Erste. Auch wir haben einmal (vor vielen Jahren) klein auf einem Berliner Balkon angefangen und uns ausprobiert. Und wer diesen Blog regelmäßig verfolgt, sieht, wir haben Geschmack am Gärtnern gefunden. Der Stadtbalkon hat uns irgendwann einfach nicht mehr gereicht und ein kleiner Garten musste her. In diesem Garten geht es in jeder Saison wild her. Vor allem im April und Mai haben wir alle Hände voll zu tun.

Im Gartenmonat April ist noch (fast) alles möglich

In den ersten Gartenmonaten kann man sich im Gemüsegarten noch mächtig austoben – beinahe alles ist noch möglich. So können ab März/ April die vorgezogenen Frühjahrs- und Sommersalate direkt ins Beet gepflanzt oder Pflücksalat an Ort und Stelle ausgesät werden. Selbiges gilt für Zwiebelgewächse, viele Wurzel- und Blattgemüse und einige Kohlarten und Kräuter.

Keimlinge von Mangold und Brokkoli

Hülsenfrüchte und Fruchtgemüse können dann ab Mai in den Boden gesät werden. Davon ausgenommen sind einzig Tomaten, Paprika, Chilis und Auberginen. Für deren Aussaat ist es nun schon zu spät. Aber keine Sorge, wer sie nicht bereits ab Anfang des Jahres im Haus vorgezogen hat, bekommt auf dem Markt beziehungsweise beim Pflanzenhändler noch bis in den Mai hinein Jungpflanzen.

Gemüsesaat im Haus und im Freiland

Bei der Vielzahl der verschiedenen Gemüsesorten und Arten ist es nicht immer leicht einen Überblick zu behalten, wann was auf dem warmen oder kühlen Fensterbrett, im Haus oder direkt im Freiland ausgesät werden kann. Aus diesem Grund habe ich einmal eine kleine Übersicht für die Aussaat im April erstellt.

Auf dem warmen Fensterbrett (um die 20 Grad Celsius) dürfen folgende Gemüse- und Kräutersorten ausgesät werden:

  • Stangen- und Prunkbohnen
  • Gurken
  • Knollenfenchel
  • Kürbisse
  • Lauch
  • Melonen
  • Neuseeländerspinat
  • Zucchini
  • Majoran
  • Basilikum

Auf dem kühlen Fensterbrett (zwischen 12 und 16 Grad Celsius):

  • Kopf-, Pflück- und Sommersalat
  • Kohlrabi
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Kopfkohl (Rot- und Weißkohl)
  • Rosenkohl
  • Wirsing

Direkt ins Beet:

  • Zuckerschoten (und andere Erbsen)
  • Karotten
  • Lauchzwiebeln
  • Spinat
  • Mangold
  • Schnitt- und Pflücksalat
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rote und Gelbe Beete
  • Wilde Rauke/ Rucola
  • Zwiebelgewächse
  • Petersilie
  • Dill
  • Kerbel
  • Borretsch

Ich hoffe, ich habe kein Gemüse vergessen. Habt viel Spaß und berichtet gerne über eure aktuellen Vorhaben im (Gemüse)Garten.

Sarah

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