Obst

Andenbeeren über Stecklinge vermehren – so einfach geht’s

15. November 2017

Andenbeeren (Physalis peruviana) werden hierzulande von so manchem Hobbygärtner kultiviert. Auch in unserem Garten war die Physalis, die ursprünglich aus Südamerika stammt, in den vergangenen Jahren schon oft zu Gast. Dieses Jahr hatte ich ihr allerdings keinen Platz eingeräumt. Dem Nachtschattengewächs scheint es in unserem Garten jedoch so gut zugefallen, dass es sich selbst aussäte. Ich ließ die Pflanze gewähren und sie nahm eine stattliche Größe an. Nur ahnte ich, dass sie es vor dem Frost nicht mehr schaffen würde, reife Früchte hervorzubringen. Um im kommenden Jahr doch wieder in den Genuss ihrer kirschgroßen orangeroten Früchte zu kommen, nahm ich ein paar Stecklinge.

Andenbeeren hierzulande im Garten kultivieren

Vom Samen zur Andenbeere

Andenbeeren sind reich an Vitamin C und weisen viel Beta-Carotin auf. Vor allem finde ich die kleinen süßen Früchte aber sehr lecker und äußerst dekorativ. Vor vier Jahren versuchte ich mich das erste Mal an ihrem Anbau. Wer hofft, im Herbst desselben Jahres viele Früchte ernten zu können, sollte mit der Aussaat sehr zeitig beginnen. Meiner Erfahrung nach müssen die Samen bereits Mitte Februar spätestens aber Mitte März in Anzuchterde. Die Pflanze benötigt recht lange, um zu keimen, zu wachsen, zu blühen und später Früchte zu bilden. Zudem ist sie sehr frostempfindlich und sollte erst nach den Eisheiligen im Mai ins Freiland gesetzt werden.

Wenn Andenbeeren sich selbst aussäen

Standort: Beet versus Topf

Wir haben ihr immer ein Plätzchen direkt im Beet eingeräumt, weil wir sie dort im Sommer besser mit Wasser versorgt wussten als im Kübel. Wer die Möglichkeit hat, seine Kübelpflanzen bei sommerlichen Höchsttemperaturen tag- oder auch mehrmals täglich mit Wasser zu versorgen, pflanzt sie lieber ins Gefäß. Das hat den Vorteil, dass die Physalis, sobald der erste Frost droht, ins Haus geräumt werden kann. So kann die Pflanze, die eigentlich ein mehrjähriges Gewächs ist, überwintern und im Frühjahr wieder rausgestellt werden.

Andenbeeren über Stecklinge vermehren

Vermehrung über Stecklinge

Da wir unseren Garten in den ersten Jahren nur am Wochenende aufsuchen, nutzen, pflegen und genießen konnten, kam eine Anzucht im Topf mit anschließender Überwinterung bis jetzt nie in Frage. Vielleicht ändert sich das nach unserem Umzug. Außerdem muss man mit der Kultivierung der Physalis auch nicht jedes Jahr von ganz Neuem beginnen. Wer einmal samenfeste Physalis kultiviert hat, kann diese von Jahr zu Jahr auch über Stecklinge vermehren. Das Vorziehen aus Samen bleibt einem so schon einmal erspart.

Wir hatten dieses Jahr das Glück, dass sich eine Physalis ohne unser Zutun selbst ausgesät hat. Von dem Strauch habe ich einige, um die zehn Zentimeter lange, Triebe abgeschnitten. Jeden einzelnen Ableger habe ich anschließend jeweils in einen Topf mit Gartenerde gesteckt. Wer keine Gartenerde zur Hand hat, kann auch gewöhnliche Pflanz-, Blumen- oder auch Gemüseerde nehmen. Damit die Pflanze seine Energie nun in die Wurzelbildung und nicht in die Blätter und Blüten steckt, knipste ich ein paar Blätter und sämtliche Blüten ab. Anschließend habe ich sie noch ein wenig angegossen und ihnen einen hellen Platz in einem zehn bis zwölf Grad warmen Raum zugewiesen.

Triebspitzen von Andenbeeren nehmen zur Vermehrung

Das ist bereits das dritte Mal, dass ich Physalis über Stecklinge vermehre. Erfahrungsgemäß gelingt die Vermehrung nicht mit jedem Ableger, weswegen ich mir immer eine Handvoll Triebspitzen abschneide. Die beiden letzten Male haben es drei von fünf Exemplaren geschafft, Wurzeln anzusetzen und im Haus zu überwintern.

In den kommenden Wochen und Monaten heißt es also, abwarten und das regelmäßige Gießen nicht vergessen! Im nächsten Jahr können die Physalis dann nach den Eisheiligen rausgepflanzt werden.

Sarah

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2 Kommentare

  • Reply Naturgartenideen 28. November 2017 at 14:40

    Hallo Sarah,

    du hast einen sehr schönen Blog und schreibst interessante Beiträge. Wir wollen im nächsten Jahr versuchen Andenbeeren zu kultivieren. Mal sehen…Gut zu wissen, dass sie sich auch über Stecklinge vermehren lassen.

    Viele Grüße
    Basti von Naturgartenideen

    • Reply Sarah 29. November 2017 at 19:46

      Hallo Basti,

      freut mich, dass Dir mein Blog gefällt. Probiert es unbedingt aus. Andenbeeren sind soooo unglaublich lecker, wenn man ein wenig Säure mag.
      Grüße
      Sarah

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