Gemüsegarten

Auch ohne Gemüseschutznetz zum Brokkoli

13. Juli 2017
Brokkoli Garten-vernarrt.de

Brokkoli wollte ich schon immer im Garten wachsen sehen. Ich mag ihn einfach zu gern und finde, dass er gut in Suppe, Pasta und Auflauf passt. Selbst gegrillt kam er bei uns schon auf den Tisch. Das manch ein Gartenratgeber das Gemüse als anspruchsvoll beschreibt, hat mich anfangs zwar etwas irritiert, aber nicht abgeschreckt. Viel mehr sah ich es als Herausforderung, mich am Vorziehen und Anbau des Gemüses zu probieren. Es hat sich gelohnt. Brokkoli im Garten zu kultivieren, ist meines Erachtens gar nicht so schwer wie viele denken.

Wenn ich hin und wieder mit anderen Gartenbesitzern ins Gespräch komme und meinen Brokkoli erwähne, winken viele ab. Sehr oft höre ich dann, aber muss man da nicht Netze spannen. Ja, das habe ich anfangs auch gedacht und im ersten Jahr auch noch gemacht. Im zweiten Jahr hat das Netz nicht richtig übers Beet gepasst und in diesem Jahr hatte mein Freund schier keine Zeit, mir rechtzeitig eine Konstruktion zu bauen. Also blieb das Netz fern, die Schädlinge aber glücklicherweise auch. Ich vermute, das Fernbleiben von Kohlfliegen und Kohlweißlingen habe ich den Beetpartnern des Brokkolis zu verdanken.

Brokkoli Rosalind kurz vor der Ernte

Ich halte mich nämlich schon eine ganze Weile an einen Pflanztipp aus einem meiner zahlreichen Gartenbücher. Laut diesem soll man innerhalb der Brokkolireihe Salat und zwischen den Reihen Sellerie setzen. Ein Tipp der schnell umzusetzen ist und für weitere Abwechslung auf dem Teller sorgt, wie ich finde.

Brokkoli nimmt im Laufe der Zeit zwar eine stattliche Größe an, aber bis er einen Kopf ausgebildet hat, wurde der Salat schon längst von uns verzehrt. Die beiden können sich also kaum in die Quere kommen. Den Staudensellerie dagegen pflanze ich immer mit genügend Abstand zum Brokkoli. So gehe ich auf Nummer sicher, dass keiner den anderen bedrängt und ihm die Nährstoffe streitig macht. Weil sowohl Sellerie als auch Brokkoli zu den Starkzehrern gehören, habe ich den Boden vor ihrem Einzug mit Hornspäne gedüngt. Außerdem erhalten sie ab Mai regelmäßig eine Handvoll Pferdepellets.

Ein Blick auf das Beet von Brokkoli, Staudensellerie und Co.

Was Brokkoli gut tut, kann Blumenkohl und Rotkohl auch nicht schaden. Deswegen stehen bei uns alle drei in direkter Nachbarschaft. Ihr gemeinsames Beet wird zudem noch von Koriander umsäumt. Auch ihm sagt man positive Eigenschaften nach, so soll sein Duft ebenso bei Plagegeistern Verwirrung stiften.

In diesem Jahr haben sich wieder wunderschöne Köpfe entwickelt. Einzig die Sorte Ramoso Calabrese ist ein bisschen aus der Art geschlagen. Statt einem großen Kopf hat diese Sorte nur viele kleine Seitentriebe ausgebildet. Halb so wild, dafür trägt Brokkoli Rosalind wunderschöne Köpfe und es gibt ja auch noch so viel anderes Gemüse im Garten.

Übrigens kann man Brokkoli Jungpflanzen bis Ende Juli setzen. Ich habe heute eine zweite Runde gepflanzt. Drei Pflänzchen bekommen jetzt noch einmal die Chance heranzuwachsen. Wenn alles klappt, haben wir genug Brokkoli bis in den Herbst hinein. Ein paar Grad unter dem Gefrierpunkt machen dem Gemüse nämlich gar nichts aus. Bis sie groß genug sind, teilen sie sich das Beet mit Möhren und Raddicchio.

Brokkoli Jungpflanze

Meine Jungpflanzen hatte ich mir übrigens selbst vorgezogen. Die Aussaat von Brokkoli erfolgt je nach Sorte von Mitte April bis Ende Juni. Ich beginne meistens schon Anfang März mit dem Vorziehen von Brokkoli, dann können die kleinen Pflänzchen schon Ende April ins Beet und Ende Juni sind die ersten Köpfe erntereif. Danach ist es mit dem Brokkoli im Garten aber noch nicht vorbei, sobald der große Kopf geerntet wurde, bildet die Pflanze noch zahlreiche Seitentriebe mit kleinen Röschen.

Wer Lust auf Brokkoli hat, findet mit ein bisschen Glück vielleicht noch ein paar Jungpflanzen auf dem Markt. Ansonsten könnt ihr euch ja im kommenden Jahr an den Anbau von Brokkoli wagen.

Sarah

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