Gemüsegarten

Blaue Kartoffeln im Erntekorb

2. September 2017
Kartoffelsorte Blauer Schwede im Garten anbauen

Kartoffeln gehören einfach in jeden Gemüsegarten. Schließlich ist die Knolle hierzulande mitunter das am meisten verzehrte Gemüse. Bei uns daheim ist das nicht anders. Nur hatten wir bis vor kurzem trotzdem keine Kartoffeln im Garten. Es bot sich irgendwie kein Platz im Beet. Die Lust und Neugier auf den Kartoffelanbau überwog jedoch, also habe ich mich dieses Jahr an Kartoffeln im Pflanzsack gewagt. 

Wer den Kartoffelanbau in Erwägung zieht, steht gewiss vor der Frage, ob er der Nutzpflanze sogleich eine große oder für den Anfang lieber eine kleine Fläche einräumt. Mir ging es da ähnlich. Aber bei der Beetplanung im Winter hatte ich die Kartoffel gar nicht berücksichtigt. Die Lust, mich an ihren Anbau zu wagen, kam erst im Frühjahr. Zu dem Zeitpunkt wollte ich meine Planung nun aber wirklich nicht mehr umwerfen. Bis zum kommenden Gartenjahr warten, kam aber auch nicht infrage. Ein Kompromiss musste her. Der Anbau im Gefäß beziehungsweise im Pflanzsack bot sich da förmlich an. Ich kann diese Anbaumethode auch allen Balkon-Farmern ans Herz legen.

Kartoffelanbau im Pflanzsack als Alternative zum Beet

Vorteile des Kartoffelanbaus in Pflanzsäcken

Für den Anfang ist es vielleicht gar nicht verkehrt, sich erst einmal an einer kleineren Menge zu versuchen, bevor man Kartoffeln im großen Stil und vielleicht zum Einlagern anbaut. So ein Anbau in Pflanzsäcken hat auch seine Vorteile. Weder muss man das Beet vorbereiten noch muss man ständig das Unkraut mit der Hacke in Schach halten. Bei der Ernte bedarf es zudem keiner Grabegabel, geschweige denn großer körperlicher Anstrengung. Wer sich also aus Platz- oder taktischen Gründen gegen den Anbau im Beet und für den Pflanzsack entscheidet, hat kaum Arbeit. Nur das Gießen sollte man nicht vergessen. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass die Ernte bei ein paar Pflanzkübeln überschaubar bleibt und keine Massen an Kartoffeln zu erwarten sind. Weswegen ich mich in diesem Jahr lieber an seltene Kartoffelsorten wagen wollte als an jene, die man vielleicht auch im Supermarkt bekommt.

Aus einer Vielzahl die passende Sorte auswählen

Bei der Suche nach der passenden Pflanzkartoffel wurde mir erst einmal bewusst, wie viele verschiedene Sorten an Kartoffeln es gibt. So sollen weltweit mehr als 5.000 verschiedene Kartoffeln im Umlauf sein. In Deutschland sind laut Bundessortenamt circa 200 Sorten zugelassen. Das Sortenspektrum reicht von Kartoffeln mit weißer über gelbe und rote bis hin zu blau-violetter Schale. Die Einen sind eher rund, die Anderen länglich oder oval. Sie unterscheiden sich im Geschmack und Reifegrad. Außerdem lässt sich nicht jede Kartoffel zu Püree oder Bratkartoffeln verarbeiten. Da heißt es, abwägen und einfach mal ausprobieren, welche der unzähligen Sorten besser mundet. Man kann sich natürlich auch erst einmal an Klassiker wie Linda, Belana, Rosara oder Granola halten.

Die Sorte Blauer Schwede und ihr Anbau

Ich entschied mich für die Sorte Blauer Schwede, auch unter dem Namen Congo Blue und Idaho Blue bekannt.
Der Bio-Pflanzanbieter beschrieb die Alte Sorte unsicheren Ursprungs als mittelfrüh, vorwiegend festkochend und mit blau-violettem Fruchtfleisch. Sie soll die Farbe auch nach dem Kochen noch behalten. Mich reizte die Sorte vor allem wegen ihres farbigen Fruchtfleischs – das Auge isst ja bekanntlich mit.

Blauer Schwede: Kartoffelsorte mit blau-violettem Fruchtfleisch

Übrigens werden Sorten mit farbigem Kartoffelfleisch nachgesagt, besonders gesundheitsfördernd zu sein. In blauen und auch in roten Gemüse- und Obstsorten kommen nämlich ganz viele Anthoycane vor. Diese schützen die Pflanzen vor freien Radikalen und kommen beim Verzehr auch dem menschlichen Körper zugute.

Nachdem die bestellten Kartoffeln dann per Post eintrafen, hatte ich sie noch etwa vier Wochen vorkeimen lassen, bevor sie letztendlich Ende April in den Pflanzsack kamen und mit 20 Zentimeter Erde angehäufelt wurden. Etwa zwei bis drei Wochen nach Pflanzung habe ich das Ganze wiederholt. Seitdem verweilten sie an ihrem Ort, wuchsen und gediehen – bis zu diesem Wochenende.

Kartoffelsorte Blauer Schwede im Pflanzsack kultivieren

Die Kartoffelernte

Sobald das Laub zu welken beginnt, sprich braun und trocken wird, nehmen die Knollen auch nicht mehr an Größe zu. Die Zeit der Ernte ist dann gekommen. Welkendes Blattwerk konnte ich in letzter Zeit auch bei unseren Blauen Schweden beobachten. Das passte mit der Angabe des Pflanzanbieters. Ihm zufolge benötigt die Sorte Idaho Blue in der Regel zwischen 130 und 150 Reifetage. Ich war so langsam auch echt neugierig, ob sich der ‚Aufwand‘ gelohnt hatte.

Leichte Kartoffelernte bei Anbau im Kartoffelpflanzsack

Die Ernte erwies sich als leicht. Ich musste den Pflanzsack nur zur Seite kippen, Erde rausschaufeln und schon kamen die ersten Kartoffeln zu Tage. Wie bereits angedeutet, darf man bei Säcken mit einem Volumen von circa 40 Litern auch keine Massen erwarten. Dennoch hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft. Letztendlich ergaben drei Pflanzsäcke mit jeweils fünf Pflanzkartoffeln etwa drei Kilogramm Kartoffeln. Für den ersten Versuch also nicht allzu schlecht. Ein paar Gerichte werden sich mit dem Blauen Schweden zaubern lassen.

Kartoffelsorte Blauer Schwede im Erntekorb

Fürs kommende Jahr werden Kartoffeln aber definitiv mit in die Beetplanung einbezogen. Mal schauen, wie erfolgreich die Kartoffelernte dann ausfällt und vielleicht ist dann ja auch ans Einlagern zu denken.

Sarah

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