Gemüsegarten

Blütenendfäule – wenn Tomaten braune Flecken bekommen

24. Juli 2018

Oh man, der Sommer steckt voller Überraschungen. Wobei ich auf die letzte Entdeckung gut und gern hätte verzichten können. Beim Gießen und Ausgeizen habe ich mir unsere Tomaten etwas genauer angesehen und an den Früchten unschöne, braun-schwarze Flecken entdeckt. Laut Recherche und Nachfrage bei anderen Gemüsegärtnern, ergab sich, es handelt sich um Blütenendfäule. Hört sich erst einmal gar nicht schön an. Sieht auch nicht toll aus. Doch was bedeutet das für die Pflanze und den Gärtner? Ist die Ernte noch zu retten und wie kommt es zur Blütenendfäule?

Eigentlich ist dieser Sommer ideal für wärmeliebendes Gemüse. Wir haben bestimmt seit April kontinuierlich bestes Wetter. Gärtner, die ihre Pflanzen schon vor den Eisheiligen gepflanzt haben, werden seit einigen Wochen mit reifen Tomaten belohnt. Doch die warmen Temperaturen haben nicht nur Vorzüge. Bei uns im Süden Brandenburgs hat es von Anfang Mai bis Anfang Juni so gut wie gar nicht geregnet. Dann folgten Anfang Juli zwei Regentage. Das war es dann auch schon wieder mit dem Niederschlag. Der Boden ist unglaublich trocken. Wer sein Gemüse nicht vertrocknet sehen will, muss wässern, wässern, wässern. Das gilt natürlich auch für Tomaten. Vor allem sobald die Pflanzen Blüten bilden und Früchte tragen, nimmt der Wasserbedarf zu. Sorten mit großen Früchten brauchen zudem mehr Wasser als jene mit kleinen.

Braune Flecken an der Blütenansatzstelle

Tomate Yellow Submarine mit Blütenendfäule

Tomatenkrankheit: Blütenendfäule

Braune Stellen an den Tomaten

Seit Ende Mai ließen sich nun die ersten Blüten, später auch Früchte an unseren Tomaten entdecken und wir glaubten, alles liefe bestens. Bis ich vor gut zwei Wochen an einigen Früchten braune Flecken im Bereich der Blütenansatzstelle entdeckte. Betroffen sind bis jetzt ausschließlich einige überdachte Tomatenpflanzen, darunter die Sorten „Yellow Submarine”, „Paul Robson” und „Riesentomate Ananas”. Bei den Freilandtomaten konnte ich diese wirklich unschönen Stellen zum Glück noch nicht beobachten.

Kräftige Freilandtomaten

Kräftige Freilandtomaten mit vollen Rispen

Eine kleine Recherche ergab nun, dass es sich um Blütenendfäule handelt. Die doch nicht sehr seltene Tomatenkrankheit soll sich auf einen Nährstoffmangel zurückführen lassen. Der Pflanze fehlt Calcium.

Calciummangel – wie kommt‘s?

Sehr naheliegend ist, dass der Boden wahrscheinlich einfach zu wenig Calcium enthält. Bei Kraut und Rüben habe ich aber außerdem gelesen, dass manchmal auch zu viele andere Nährstoffe im Boden, beispielsweise Ammonium, Kalium und Magnesium, die Calciumaufnahme unterbinden und es so zu einem Mangel kommen kann.

Interessant zu wissen ist, das Calcium über die Wasserversorgung aufgenommen wird. Ein zu trockener Boden fördert den Mangel. Da dieser Sommer wirklich unglaublich trocken ist und man mit dem Gießen kaum hinterherkommt, könnte ich mir das als mögliche Ursache erklären. Zumal die Freilandtomaten, die regelmäßig mit einem Sprenkler beregnet werden, bis jetzt keine ähnlichen ‚Symptome‘ aufweisen. Anders dagegen die überdachten Tomaten. Sie werden stets am Abend mit der Kanne versorgt. Vielleicht hat ihnen die Wassermenge nicht genügt oder ihnen bekam die ein- bis zweitägige Gießpause nicht.

Blütenendfäule – was tun?

Dem Calciummangel kann man mit einer zusätzlichen Nährstoffgabe entgegenwirken. Mir wurden von einigen Gartenbesitzern spezielle Tomatendünger, Calziumtabletten und Urgesteinsmehl empfohlen. Ich entschied mich für Letzteres. Die Pflanzen bekommen nun ein bis zwei Mal die Woche etwas Gesteinsmehl. Ich streue es um die Pflanze herum, harke es ggf. ganz vorsichtig ein und gieße anschließend mit Wasser. Auf die Wasserversorgung wird nun auch etwas penibler geachtet. Bis jetzt sieht es so aus, als wären nicht alle Früchte und auch nicht alle Tomatensorten betroffen. Abwarten.

Salattomate „Tigerella” noch ohne Blütenendfäule

Früchte der Cocktailtomate „Cerise Gelb”

Die betroffenen Früchte sind noch genießbar

Natürlich kam ziemlich schnell die Frage auf, ob die betroffenen Früchte überhaupt noch genießbar sind oder lieber sogleich von der Pflanze entfernt werden sollen. Da es sich bei der Blütenendfäule zum Glück um keine ansteckende Tomatenkrankheit handelt, sondern scheinbar nur um einen Nährstoffmangel, habe ich die Früchte dran gelassen. Die braunen Stellen werden nicht größer und der Rest der Früchte wird so langsam reif und bekommt Farbe. Ihren Makel werden die betroffenen Tomaten zwar nicht mehr los, ans Wegwerfen ist aber dennoch nicht zu denken.

Die braunen Stellen werden später, wenn die Tomaten reif sind und geerntet wurden, einfach raus geschnitten. Dem Geschmack soll das keinen Abbruch tun, wir lassen uns überraschen.

Vielleicht habt ihr ja ähnliche Überraschungen/ Erfahrungen gemacht und habt noch ein paar mehr Tipps, dann lasst es mich gerne wissen.

Sarah

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