Blumen

Eine Ode an die Dahlie

7. Oktober 2018

Eine Gartensaison ohne die mexikanische Knollenpflanze mag ich mir kaum vorstellen. Sie begleitet mich seit meinem ersten Gartenjahr und mit jedem weiteren wird meine „Sammlung“ ein bisschen größer. Leider sind ihre Tage mit dem Herbstanfang gezählt. Frost bekommt der Dahlie nämlich nicht. Möchte man sich der Blütenpracht der Dahlien erfreuen, darf man also ein wenig Mühe nicht scheuen. Die Knolle muss nicht nur gegen Ende April ins Beet, sondern auch nach dem ersten Nachtfrost wieder heraus, um schließlich kühl und trocken im dunklen Keller zu überwintern. (Hobby-)Gärtner, die sich die Arbeit machen, werden dafür meist mit wunderschönen Blüten im Garten und für die Vase belohnt.

Vielfalt an Farben und Formen

Für jeden Garten und Geschmack findet sich die passende Dahlie. Seitdem das Knollengewächs aus Mittelamerika gegen Ende des 18. Jahrhunderts über Spanien den Weg nach Europa fand, wurden stetig neue Formen gezüchtet. Laut der Deutschen Dahlien-, Fuchsien und Gladiolen Gesellschaft e.V. (DDFG) sollen 1818 bereits alle heutigen Farben und Farbkombinationen vorhanden gewesen sein. Botaniker unterscheiden unsere Garten-Dahlie, die wahrscheinlich auf eine Kreuzung der Dahlia pinnata und der Dahlia coccineus zurückgeht, übrigens anhand ihrer Blütenformen. Gegenwärtig gibt es mehr als 30.000 Dahliensorten, die sich 15 verschiedenen Klassen zuordnen lassen. Neben der Gruppe der Einfachblühenden Dahlie gibt es beispielsweise auch die der Kaktus-Dahlie, Seerosen-Dahlie und der Pompon-Dahlie.

In unserem Garten fanden dieses Jahr zwölf verschiedene Dahliensorten ein Plätzchen. Jede ist hinsichtlich ihrer Blütenform und Farbe einzigartig. Dennoch gefallen mir vor allem jene Exemplare, die sich auch als Schnittblume eignen. Dazu zählt unter anderem auch die Sorte „Café au Lait“.

Die Zierpflanze ist mehr als einen Meter hoch und bildet Blüten mit einer Größe von bis zu 25 Zentimetern aus. Ähnlich hoch hinaus wächst auch die dekorative Dahliensorte „Shilo Noelle“.

In direkter Nachbarschaft in unserem Garten steht außerdem die Riesenblütige Schmuckdahlie „Gitt’s Perfection“. Die Sorte mit der weiß-rosafarbenen Blüte wird immer hin noch einen Meter groß und hat  beinahe einen ebenso großen Blütendurchmesser wie die anderen beiden Dahlien.

Neben dem eben vorgestelltem Trio finden sich in unserem Garten unter anderem auch die Dahlien „Mambo“, „Strawberry Ice“, „Lambada“ und „Altona 93“ sowie ein paar Sorten, deren Name ich mir zu allem Übel leider nirgends notiert habe.

Sonnig, warmer Gartenplatz bevorzugt

Ob große oder kleine Dahlien, allesamt haben die selben Bodenansprüche: warm und sonnig soll das Plätzchen sein und über einen tiefgründigen, humus- und nährstoffreichen Boden verfügen. Die Knollen werden gegen Ende April an Ort und Stelle in etwa so tief, wie sie hoch sind, gesetzt. Wenn möglich, gibt man ein wenig Hornspäne ins Pflanzloch und um dieses herum eine kleine Kompostgabe. Der verbliebene Blütenstängel vom Vorjahr schaut heraus. Der Pflanzabstand zu anderen Nachbarpflanzen sollte in etwa die Hälfte der Pflanzhöhe betragen. Ich kombiniere meine Dahlien am liebsten mit Kosmeen, Patagonischem Eisenkraut, Astern und Zinnien.

Unbekannte einfache Dahlie umgeben von anderen Dahlien

Bei besonders hohen Sorten ist es ratsam, die Pflanze realtiv früh mit einer Staudenstütze zu stabilisieren. Ich versäume das meist und ärgere mich dann immer hinterher, weil sich die überbordende Blütenpracht zu einem späteren Zeitpunkt natürlich nicht mehr durch die Stützen zwängen lassen. Versucht man es doch, läuft man oftmals Gefahr, Blüten oder junge Knospen abzubrechen.

Sind die Knollen gesetzt, bedarf es einige Wochen Geduld, bis die ersten grünen Triebe sich durch den Gartenboden an die Oberfläche schieben. In dieser Zeit sollte man mit der Wassergabe relativ zurückhaltend sein. Die Knollen können bei feuchten Böden schnell faulen.

Dahlienpflege

Stehen die Dahlien erst in der Blüte, benötigen sie je nach Witterung viel Wasser. Greift man bei welkenden Blüten regelmäßig zur Schere, regt das die Blütenbildung an und schon bald können wieder neue Blütenknospen bestaunt werden. Bei bestem Wetter blühen die Dahlien meist den gesamten Herbst hindurch. Der erste Nachtfrost gegen Endes eines jeden Jahres setzt den Zierpflanzen schließlich ein vorläufiges Ende.

Annemonenblütige Dahlie " Lambada"

Blüteder Dahliensorte Lambada

Sobald die Pflanze leichten Minusgraden ausgesetzt war, sieht man das zumindest den oberirdischen Pflanzenteilen an. Die Blütenknospen sind meist braun und das Laub welkt. Die Knolle selbst ist, geschützt durch den Gartenboden, dagegen noch intakt. Nun gilt es, das oberirdische Laub etwa 10 Zentimeter über dem Boden zu entfernen und die Knolle ganz vorsichtig mit der Grabgabel zu entfernen. Anschließend wird nur noch der Sand abgeschüttelt und die Dahlie schließlich bis zum nächsten Frühjahr im dunklen und etwa 5 Grad kühlen Keller gelagert.

Je nach Gartenboden und Nährstoffversogung entwickeln sich die Knollen über den Sommer hinweg wirklich prächtig und können dann ruhig geteil werden. So wächst der eigene Bestand immer weiter und Freunde und Bekannte freuen sich bestimmt auch über die eine oder andere Dahlie.

Eure Sarah

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