Gartenausstellungen

Gartenideen von der IGA Berlin 2017

13. September 2017
Gräserband auf der IGA Berlin 2017

Von September bis Ende Oktober darf wieder frohen Mutes zur Pflanzschaufel gegriffen werden, um Stauden und Gehölze in den Gartenboden zu bringen. Jetzt sind die Pflanzbedingungen nämlich ideal: der Gartenboden ist noch warm und die Nächte noch nicht allzu kalt. Die Pflanzen haben also noch die Möglichkeit, vor Eintritt des Winters Wurzeln zu schlagen. Wer noch Ideen und Anregungen für die Um- oder Neugestaltung seines Gartens sucht, dem kann ich einen Besuch der IGA Berlin 2017 nur ans Herz legen. Ich war da und habe ganz viele neue Ideen für so manche Gartenecke gesammelt. Die schönsten habe ich mit der Kamera festgehalten und zeige ich Euch hier. 

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) findet noch bis zum 15. Oktober 2017 in Berlin-Marzahn statt. Am 13. April öffnete sie erstmals ihre Pforten. Seitdem führt sie Besucher durch malerische Gartenlandschaften und zeigt wunderschöne Pflanzkombinationen. Ich liebe es ja Gartenmagazine und Bücher zu durchschmökern und in abgelichtete Gartenlandschaften einzutauchen. Sie inspirieren und euphorisieren mich. Zudem bestärken sie meinen gärtnerischen Tatendrang. Liebevoll angelegte Gärten aus nächster Nähe zu betrachten, ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes. Ein Besuch der IGA war also quasi ein Muss. Vor zwei Wochen ergab es sich dann. Der Zeitpunkt war eigentlich ideal, schließlich kann man seine gesammelten Ideen, jetzt direkt im eigenen Garten umsetzen.

Die Anreise ist für Berliner und Brandenburger mit den Öffentlichen auch echt easy! Dennoch muss ich gestehen, obwohl ich fünf Jahre lang in Berlin gelebt habe, hat es mich zuvor noch nie in diese Ecke Berlins geführt. Ganz in der Nähe der sozialistischen Plattenbauten von Marzahn-Hellersdorf erstreckt sich dort ein wunderschönes Fleckchen Grün – das schon lange vor der IGA angelegt wurde und für jeden frei zugänglich war.

Einst Berliner Gartenschau heute Gärten der Welt

Ursprünglich wurde die Anlage nämlich 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins als Berliner Gartenschau eröffnet. Gemeinsam mit den angrenzenden Erholungsflächen des Kienbergs und dem direkt daran anschließenden Wuhletal misst die Grünfläche dort mehr als 100 Hektar. Von 1991 bis ins Jahr 2000 trug sie zwischenzeitlich auch mal den Namen Erholungspark Marzahn. Mit Spielplätzen, Liegeflächen, erweiterten Pflanzflächen und Sondergärten sollte der Park den umliegenden Bewohnern vor allem eines bieten: einen Ort der Entspannung und Ruhe. Mit der Eröffnung des ersten Themengartens, dem Chinesischen Garten, im Jahr 2000 wurde die Grünanlage schließlich in die Gärten der Welt umbenannt. Inzwischen umfasst der Bereich mehrere Themengärten, die sich gegenwärtig wunderschön in das Konzept der IGA „Ein MEHR aus Farben“ einfügen und im Zuge dessen auch erweitert wurden.

Ein paar Fakten über die IGA

Das IGA-Gelände umfasst neben den erweiterten Gärten der Welt mit zehn Themengäten unter anderem auch neun Internationale Gartenkabinette, mehrere Blumenpavillions mit wechselnden Ausstellungen und verschiedenen Wasserspielen. Die liebevoll angelegten Gärten und Beete laden zum Verweilen, Staunen und Entspannen ein. Sie verbinden Einheimisches mit Internationalem sowie neue und alte Gartenkunst und überraschen mit Stauden, Einjährigen, Rosen, Gräsern und Gehölzen in den spannendsten Kombinationen und Konstellationen.

Mit der Kabinen-Seilbahn über das IGA-Gelände in Berlin

Eine Attraktion auf der IGA in Berlin ist zweifelsohne die Kabin-Seilbahn. Sie trägt die Besucher einmal quer übers Gelände duch die Luft. Von oben bekommt man einen Eindruck davon, wie riesig das Gelände ist. Wer genug Zeit mitgebracht hat, sollte auf dem Kienberg einen kurzen Zwischenstopp einlegen und den 20 Meter hohen Wolkenhain (Aussichtsturm) besteigen. Bei schönem Wetter reicht der Blick nicht nur übers Wuhletal, sondern bis zum Fernsehturm.

Meine persönlichen Highlights der IGA 2017

Wer die Stufen des Wolkenhains nicht unbedingt erklimmen möchte, der sollte zumindest einmal den Weg dorthin ablaufen. Am Wegesrand standen die schönsten Kosmeen, die ich je gesehen habe. In meinem Garten sind nur einfache beheimatet und auch in den Weiten des Internets habe ich bis dato nie so wunderschön gefühlte Kosmeen gefunden.

Gefüllte, weiße Kosmeen auf der IGA Belin

Weiße, Gefüllte Kosmeen für den Hausgarten

Die Kosmeen standen natürlich nicht allein, sondern in Begleitung von Spinnenblumen, Eukalyptus, Ziersalbei, Eisenkraut und Leberbalsam.

Eisenkraut und Kosmeen verschwimmen zu einem Meer aus Weiß und Lila

Natürlich gibt es auf der IGA noch viel mehr zu bestaunen. Ich hatte mir vorab Bereits überlegt, welche Themengärten ich unbedingt ergründen wollte und welche nicht. Wer die IGA bis Oktober noch besuchen möchte, dem rate ich, sich auch einen kleinen Plan zu erstellen. Es gibt dort so viel zu sehen, was in diesem Beitrag unerwähnt bleibt.

Der Dahliengarten

Ich hatte mir also, wie gesagt, schon vorher Gedanken gemacht, welche Gärten definitiv von mir passiert werden mussten. Der Dahliengarten gehörte auf jeden Fall dazu.

Dahliengarten auf der IGA: Dahlien in warmen Orange- und Rottönen

Keine einjährige Blume markiert besser den Höhepunkt des Gartenjahres als die Dahlie. In unserem Garten finden sich ja auch ein paar Exemplare, die ich nicht mehr missen wollte und die jedes Jahr noch ein paar neue Sorten hinzugesetzt bekommen. Auf der IGA erwartete mich ein ganzes MEHR an Dahlien in den schönsten und leuchtendsten Farben. Meine Favoriten sind ganz klar die mehrfarbigen Dahlien und jene in Pastell.

Zweifarbige Dahlien mit großer Blüte im Dahliengarten auf der IGA

Dahlien in Pastelltönen auf der IGA

Dahlie in Pastell im Dahliengarten der IGA

Vom Dahliengarten war man übrigens nur ein paar Schritte vom Englischen Garten entfernt. An ihn grenzte eine Art Gemüse- oder Bauerngarten mit Spalierobst und Gewächshaus an.

Kleiner Gemüsegarten mit Rotkohl, Grünkohl und Blumen als Beeteinfassung auf der IGA

Einjährige Blumen im Gemüsegarten auf der IGA

Obstspalier: Apfelbaum auf der IGA vor Backsteinwand

Himmlischer Duft im Rosengarten

Ebenfalls auf meiner Liste der zu besuchenden Gartenanlagen stand der Rosengarten. Ich hatte zuvor schon die Befürchtung, dass kaum noch Rosen blühen würden, wurde dann aber eines Besseren belehrt. Der Rosengarten stand in voller Blüte und duftete teils himmlisch. Von welchem Röslein der Duft ausströmte, ließ sich bei der Vielzahl an Exemplaren nur schwer ausmachen. Der Besuch des Rosengartens überzeugte aber nicht nur die Nase, sondern vor allem das Auge. Zu meinen Favoriten dort zählten vor allem Beet- und Strauchrosen in Rosa.

Zweifarbige Rose in Rosatönen auf der IGA

Rose in zartem Rosa mit vielen Knospen

Rose in Pink in voller Blüte

Raschelnde Gräser

Vom Rosengarten ging es dann Richtung Gräserband. Bereits aus der Seilbahn ließ sich ein Blick auf die Bepflanzung erhaschen. Bei näherem Betrachten sah man Lampenputzergras in den verschiedensten Kombinationen, unter anderem mit Dahlien, Zinnien und Rittersporn.

Lampenputzergras mit dunkelroten Dahlien

Beeindruckend fand ich auch die Kombination von Lampenputzergras und Artischocke. Leider gedeiht die Artischocke bei uns im Garten auf Sandboden so gar nicht. Drei Versuche hatte ich in der Vergangenheit schon mit ihr gestartet. Jedes Mal wurde ich bitterlich enttäuscht. Vorerst kapituliere ich. Die Blüten wären bei uns eh über kurz oder lang auf dem Speiseteller gelandet. Gegrillt schmecken sie nämlich vorzüglich.

Lampenputzergras mit Artischocken

Eine Augenweide war aber auch die Kombination von Gräsern, Edeldisteln und Scheinsonnenhut in Margenta. Edeldisteln sollen sehr trockenheitstolerant sein, wären also definitiv für unseren trockenen Boden eine Option.

Gräser kombiniert mit pinkfarbenem Sonnenhut und Edeldistel

Natürlich gibt es auf der IGA noch viel viel mehr zu entdecken. Gartenfans, die Lust bekommen haben, sollten die Gelegenheit noch bis zum 15. Oktober nutzen und der IGA einen Besuch abstatten. Nach 17 Uhr kostet der Eintritt übrigens nur die Hälfte.

Sarah

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