Gemüsegarten

Gartenpläne schmieden

13. März 2018
Gartenpläne schmieden - Start in die neue Gartensaison

Nach einer langen Winter-/Gartenpause strotze ich Anfang des Jahres immer voller Tatendrang. Zu lang musste ich wetterbedingt die Füße stillhalten. Aber die Gewissheit, dass ich schon ganz bald wieder zu Grabegabel, Hacke und Co. greifen kann und Gartenerde zwischen meinen Händen haben werde, zügelt ein wenig meine Ungeduld. Die Zeit vertreibe ich mir Anfang des Jahres damit, Pläne zu schmieden. Darin bin ich wirklich gut. Zu gerne bringe ich meine Ideen und Wünsche auf Papier, indem ich Pflanzpläne für die jeweiligen Gemüse- und Blumenbeete erstelle. 

Gut geplant ist halb gewonnen

Bevor die Ideen jedoch zu Papier gebracht werden, schreibe ich Listen. Eine davon enthält grob, welche Gemüsepflanzen unbedingt ins Beet müssen und wie viele es sein sollten. Bei uns stehen jedes Jahr Tomaten, Salat, Gartenkräuter, Radieschen, Blumenkohl und Brokkoli hoch im Kurs. Wobei für unsere Tomaten besonders viel Platz im Küchengarten eingeplant wird. Eigene Tomaten sind einfach zu köstlich und wir sind sie uns wirklich nie über. Natürlich ziehen auch zahlreiche andere Gemüsesorten in den Garten ein – für die natürlich ebenso ein passendes Plätzchen gefunden werden muss. Wo wir wieder beim Thema wären.

Wir bewirtschaften unseren Gemüsegarten nun schon einige Jahre und versuchen unter anderem auch stets den Fruchtwechsel zu beachten, um dem Boden nicht alljährlich gleichenorts die selben Nährstoffe zu entziehen. Damit ich nicht den Überblick darüber verliere, wo die Jahre zuvor Stark-, Mittel- und Schwachzehrer sowie Wurzelgemüse, Leguminosen oder Kartoffeln das Beet besetzten, führe ich seit einigen Jahren stets ein Gartenbuch.

Gartenbuch mit Pflanzplänen der vrgangenen Saison

Nützliches Helferlein: Das Garten(tage)buch

Ich kann so ein Büchlein jedem nur ans Herz legen. Mein Gartenbuch beinhaltet nicht nur die Pflanzpläne der vergangenen Jahre. Ich dokumentiere in ihm auch immer, wann ich mit der Aussaat von Paprika, Chili, Tomate und anderen Gemüsesorten beginne, wie gut sie keimen und ob sie geilen. Meine Erfolge und ‚Misserfolge‘ habe ich so stets schwarz auf weiß vor mir und ich weiß im nächsten Gartenjahr, wie viele Pflanzen ich von welcher Sorte hatte, ob sie für unseren persönlichen Bedarf genügten oder nicht. Auch die Nachbarschaft bestimmter Pflanzen lässt sich so wunderbar beobachten. Sollte es einmal nicht zwischen den Pflanzen stimmen – kann ich spätestens im nächsten Jahr darauf reagieren. Diese Notizen helfen mir persönlich ungemein bei der Gartenplanung.

Standort bestimmen und Gemüsebeete skizzieren

Sobald ich meine Wunsch-Pflanzliste erstellt habe, bestimme ich den Standort und skizziere die Beete. Bei der Standortwahl achte ich auf Fruchtfolge, Fruchtwechsel und Mischkultur. Das Wissen darüber habe ich mir zum Teil angelesen und zum Teil durch Ausprobieren selbst angeeignet.

Der Mischkultur sagt man beispielsweise nach, dass der richtige Pflanznachbar so manchem Gemüse Blattläuse und andere Schädlinge vom Leibe halten soll. Bunte Beete sind aber auch etwas für die Sinne, sprich für Auge und Nase. In unserem Garten wird man daher keine ein-, sondern ausschließlich vielseitige Beete mit unterschiedlichen Gemüsesorten, Kräutern und essbaren Blüten vorfinden.

In meine Skizze trage ich den ungefähren Platzbedarf des jeweiligen Gemüses ein, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, zu viele Pflanzen und Sorten ins Beet zu setzen. Unser Pflanzplan sieht dieses Jahr in etwa so aus:

Gartenplan 2018 von Garten-vernarrt

 

Gartenplan 2018 von Garten-vernarrt

 

1. Beet: Freilandgurken ‚Gergana‘, Dill, Paprika ‚Bunte Zwerge‘ und ‚Orange Bell‘
2. Beet: Kartoffeln ‚Blauer Schwede‘ & ‚Rote Emmaile‘, Zucchini ‚Zuboda‘
3.1. Beet: Erdbeeren (einjährige), Zwiebeln, Borretsch;
3.2. Beet: Lauchzwiebeln, Buschbohnen, Möhren, Rote Beete, Radieschen, Kopfsalat
4.1. Beet: Erdbeeren (zweijährige), Zwiebeln
4.2. Freilandtomaten ‚Cerise Rot‘, ‚Cerise Gelb‘, ‚Fredi‘, ‚Schönhagener Frühe‘, ‚Sibirisches Birnchen‘, Salat, Petersilie
5.1. Beet: Radieschen, Kohlrabi, Rettich, Zuckerschoten, Rosenkohl, Schnittsalatmischung
5.2. Rotkohl, Wirsing, Staudensellerie, Rhabarber
6. Beet: Zucchini ‚Gold Rush‘, Mangold, Wurzelpetersilie
7. Beet: Blumenkohl, Knollensellerie, Brokkoli, Salat, Palmkohl, Hornveilchen
8. Beet: Tomaten unterm Dach ‚Paul Robson‘, ‚Black Plum‘, ‚Money Maker‘, ‚Yellow Submarine‘, ‚Fleischtomate Paprikaförmige‘

Zusätzlich zu den eben genannten Beeten, wird es mindestens noch ein Stangenbohnenzelt und ein paar Paprikapflänzchen als Topfkultur geben.

Saatgutbestand checken und gegebenenfalls neu bestellen

Sobald der Pflanzplan steht, geht es an die Bestandsaufnahme des Saatguts. Im Laufe der Zeit sammelt sich so einiges an Gemüsesamen an. Wie lange Saatgut haltbar ist, ist immer auch von der Lagerung abhängig. Der ideale Aufbewahrungsort ist kühl und trocken. Ich bewahre einen Teil meines Saatguts in einer Metalldose, den anderen in einem Schuhkarton in einem Schrank in unserem kühlen Hausflur auf.

Saatgut gut sortiert in Metalldosen aufbewahren

Im Zweifelsfall bringt eine Keimprobe Gewissheit. Ich notiere mir auf den Tütchen selbst gewonnenen Saatguts, aus welchem Jahr es stammt. Auf gekauften Samentütchen findet sich meist das Abfüll- und manchmal auch das Haltbarkeitsdatum.

Keimfähigkeit der einzelnen Gemüsesorten beachten

Nicht jeder Gemüsesamen ist aber gleich lange haltbar. Bei optimaler Lagerung sollen einigen Gartenratgebern zufolge vor allem Tomaten, Paprika, Chilis, Auberginen, Radieschen, Gurken, Kürbis und Zucchini vier bis fünf Jahre keimfähig sein. Wohingegen die Saat von Erbsen, Fenchel, Feldsalat, Lauchzwiebeln und Zuckermais nur zwei Jahre und Pastinaken und Schwarzwurzel sogar nur ein Jahr lang relativ zuverlässig aufgehen soll. Da es sich bei den Angaben jedoch nur um ungefähre Richtwerte handelt, säe ich auf gut Glück immer ein paar Samen mehr aus. Bis jetzt bin ich damit recht gut gefahren. Altes Saatgut wird im Laufe der Zeit durch Neues ersetzt. Welches Saatgut nachbestellt oder neu hinzukommt, notiere ich mir auf meiner zweiten Liste. Danach geht es schnell ans Bestellen, damit die Gartensaison zumindest schon einmal auf der Fensterbank eröffnet werden kann.

Wer jetzt auch Lust bekommen hat, der hat noch etwas Zeit seinen persönlichen Gartenplan zu erstellen, Saatgut zu ordern und mit dem Vorziehen von Pflanzen mit langer Kulturdauer zu beginnen. Einzig für die Anzucht von Paprika, Chili und Aubergine dürfte es inzwischen etwas spät sein. Dafür lassen sich aber beispielsweise Tomatensamen noch bis Ende März aussäen. Viele andere Gemüsesorten können sogar bis weit ins Jahr hinein vorgezogen oder später sogar direkt ins Beet gesät werden. Habt viel Spaß dabei!

Sarah

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