Gemüsegarten

Gemüse satt bis weit in den Herbst

15. November 2018
Gartengemüse im Herbst

Diesem unfassbar warmen Sommer konnte ja eigentlich nur ein traumhafter Herbst folgen. Selbst jetzt, Mitte November, sind manchen Orts tagsüber noch um die 10 bis 15  Grad Celsius. Auch die Nächte sind noch relativ mild. So ließ sich die Saison von einigen Gemüsesorten um ein paar Wochen verlängern. Vor allem die Tomaten, Zucchini und Bohnen profitierten von dem buchstäblich Goldenen Herbst und das Wintergemüse konnte unter besten Bedingungen weiter wachsen. 

Tomatenernte und Genuss bis Ende Oktober

Dieser Sommer kam dem wärmeliebenden Gemüse bestimmt gerade recht. Eigentlich hätte ich die Tomaten schon Ende April in den Garten pflanzen können, ich hatte mich letztendlich aber nicht getraut und das ganze auf Anfang Mai verschoben. Fortan wuchsen sie, unterm Dach mehr schlecht als recht, aber im Freiland ganz prächtig. Vor allem die Sorten Cerise Gelb, Cerise Rot, Sibirisches Birnchen, Schönhagener Frühe und Fredi haben uns in der Hochsaison wirklich täglich mit neuen kleinen, süßen Früchtchen versorgt. Und auch im Oktober konnten wir Woche um Woche noch körbeweise Tomaten ernten. Bei so viel Ertrag, wurden natürlich auch ein paar Kilo für die kältere Jahreszeit eingekocht.

Tomate "Cerise Rot" im Oktober

Freilandtomaten Ende Oktober im Beet

Auf Erfolgskurs mit Chili und Paprika

Mit ein paar anderen Südländern verhielt es sich dieses Jahr ähnlich. Paprika und Chili wuchsen ebenso prächtig. Ich habe jedoch aus Platzgründen den Fehler gemacht, ein paar Pflanzen in ein Töpfchen zu verweisen statt ins Beet, sodass es manchmal mit der Wasser und Nährstoffversorgung kritisch wurde. Unsere Chili standen bis vor ein paar Tagen noch immer im Beet, das sie sich diese Saison unter anderem mit Gurken und Kapuzinerkresse teilten.

Chili de Cayenne im Garten

Chili de Cayenne im Garten an einem milden Novembertag

Kohl und Wurzelgemüse für Herbst und Winter

Kohlrabi, Möhren, Brokkoli, Petersilienwurzeln, Rote Beete, Rettich und Palmkohl warten dagegen noch auf ihre Verwendung.

Brokkoli im November

Brokkoliernte im November

Der Palmkohl ist dieses Jahr ganz neu bei uns im Garten zu Gast. Ich finde ihn äußerst dekorativ. Er ist ein enger Verwandter des Grünkohls, welchen ich eigentlich gar nicht mag. Trotzdem fand der Palmkohl den Weg in unseren Garten, ich habe ihn nämlich im vergangenen Jahr einmal irgendwo frittiert gegessen. Diese Art der Zubereitung hat mich irgendwie dazu verleitet, dem Gemüsekohl noch eine Chance zu geben und siehe da, er gedeiht nach wie vor prächtig.

Richtig gut wuchsen dieses Jahr übrigens auch die Möhren und Rote Beeten. Ich habe mich schon geärgert, bei der Aussaat von Möhre und Roter Beete so zurückhaltend gewesen zu sein. Dieses Jahr schmeckt uns die Rote Rübe so gut, selbst der Kleinen. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der Experimentierfreude meines Freundes, der andauernd neue Salate mit dem Gemüse, das übrigens zur Familie der Fuchsschwanzgewächse gehört, auftischt.

Rote Beete im Garten anbauen

Knolle der Roten Beete

Stangenbohnen hatten wir dieses Jahr ebenso mehr als genug. Ich hatte sie Ende Mai ausgesät und eine gefühlte Ewigkeit auf die ersten Blütenansätze und Schoten gewartet. Nach unserem Sommerurlaub hing das Bohnenzelt schließlich übervoll mit wunderschönen lila gesprenkelten Bohnen der Sorte „Weinländerin“. Bis in den Oktober hinein ließen sie sich ernten. Selbiges galt, dank der milden Temperaturen, auch für unsere Zucchini. So muss es also sein, wenn man in südlichen Gefilden Europas Gemüse anbaut — toll.

Stangenbohnen "Weinländerin"

Außerdem habe ich mich dieses Jahr an Chicorée versucht. Der Gute beziehungsweise seine Wurzeln wuchsen den Sommer über im Beet heran. Letzte Woche habe ich ihn schließlich aus der Gartenerde geholt und nun in Sand im Keller eingelagert. Wenn uns im Winter dann nach Chicorée ist, wird er aus dem Lager geholt und in Gartenerde im dunklen Keller getrieben, um letztendlich verzehrt zu werden. So ist zumindest der Plan. Ob er aufgeht, werde ich hier zu späterer Zeit berichten.

Überhaupt hat der Gemüsegarten im Herbst noch einiges zu bieten. Ich nehme mir jedes Jahr bei der Planung vor, dass es immer ein bisschen mehr wird. Mit dem Rosenkohl hatte ich noch nie Glück. Irgendetwas mache ich stets falsch. Und der Wirsing hat dieses Jahr zwar Köpfe ausgebildet, ein paar sind aber Schädlingen zum Opfer gefallen.

Wirsingkopf im November

Eine herbe Enttäuschung ist dagegen der Rotkohl. Letztes Jahr könnte ich ganz stolz riesige Köpfe vorweisen und dieses Jahr mickern die Pflanzen vor sich hin.

Rotkohl, der sich nicht ausgebildet hat

Wahrscheinlich liegt es am zu trockenen Sommer – einen Nachteil muss das gute Wetter ja haben. Was soll es, es läuft eben nicht immer alles nach Plan. Welches Gemüse darf in eurem Herbstgarten nicht fehlen? Ich bin gespannt.

Eure Sarah

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