Gemüsegarten

Im Juli noch schnell ins Beet

19. Juli 2017
Radieschen bei Garten-vernarrt.de

Mitte Juli ist die Gartensaison schon in vollem Gange. Selbst die nach den Eisheiligen gepflanzten Gurken und Tomaten tragen erste Früchte. Wenn auch noch grün und sehr klein. Ich beneide ja immer alle, die ein Gewächshaus ihr Eigen nennen und somit die Saison von Gurken und Tomaten schon viel früher einläuten können. Aber Vorfreude ist ja die schönste Freude. Und bis es soweit ist, verputzen wir in der Zeit einfach ganz viel anderes Gemüse.

Aber auch Möhren, Kohlrabi, Salat, Radieschen und Kräuter gehen irgendwann zur Neige, wenn man sich nicht rechtzeitig um Nachschub kümmert. Im Juli hat man dazu noch alle Gelegenheit und es lohnt sich, diese zu nutzen. Was gibt es Schöneres, als Gemüse beim Wachsen zu zusehen, es zu ernten, zu verarbeiten und zu genießen?

Ich habe vor anderthalb Wochen noch einmal drei Brokkolipflanzen gesetzt. Mit ein bisschen Glück gibt es bei uns also Brokkoli bis in den Herbst hinein. Vor ein paar Tagen folgten außerdem noch ein paar Setzlinge von Kohlrabi Azur Star und Wirsing Violaceo di Verona. Ein paar Rosenkohlpflanzen der Sorte Hilds Ideal steht der Umzug ins Beet dagegen noch bevor.

Allesamt hatte ich Anfang Juni ausgesät und in der Zwischenzeit auch schon pikiert. Die Jungpflänzchen hatten demnach Zeit, in der Anzuchtplatte Wurzeln auszubilden. Damit sie sich recht schnell an die Außentemperaturen gewöhnen, lasse ich die Anzuchtplatte immer von Beginn an draußen, überdacht und anfangs im Schatten stehen. Sobald sie etwas kräftiger sind, dürfen sie stundenweise in die Sonne, bevor es letztendlich ins Beet geht.

Zu Brokkoli, Wirsing und Kohlrabi werden sich die nächsten Tage außerdem noch Salatpflanzen gesellen. Mit dem selbst vorgezogenen Salat hatte ich dieses Jahr nur wenig Glück. Einzig auf den Römersalat Forellenschluß und auf meine Schnittsalatmischung konnte ich mich verlassen. Andere Sorten wie die Bataviasalate Amerikanischer Brauner, Maravilla de Verano oder der Eichblattsalat Red Salad Bowl, die in den vergangenen Jahren so zuverlässig waren, haben mich in dieser Gartensaison im Stich gelassen. Ich vermute, das Saatgut war bereits zu alt. Aus diesem Grund habe ich mir noch ein paar Salatpflanzen auf dem Markt dazu gekauft.

Aber nicht nur Jungpflanzen können Mitte Juni noch ins Beet. Man kann jetzt noch eine Reihe anderes Gemüse aussäen. Zu meinen Favoriten zählen Radieschen, Buschbohnen, Winterrettich, Mangold und Kräuter wie Dill und Koriander. Auch an Feldsalat hatte ich mich in den letzten Jahren schon ein paar Mal versucht, bis jetzt war ich aber mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden. Der Feldsalat bekam oft Mehltau, die Pflänzchen waren viel zu klein oder blühten zu schnell.

Ansonsten kann man auch noch Asia Greens, Endivie, Postelein, Spinat, Gartenmelde, Endivie sowie einige Möhrensorten, Rettich, Herbstrüben und Knollenfenchel aussäen. Wenn man denn genug Platz hat. Meine Beete sind größtenteils noch voll oder für junge Erdbeerpflanzen vorbehalten.

Was bei der späten Aussaat jedoch bedacht werden sollte, die Tage werden nun wieder kürzer und, je weiter der Sommer voranschreitet, auch wieder kälter und feuchter. Die Pflanzen sollten daher weder zu dicht gesetzt noch zu dicht gesät werden, sonst fehlt es ihnen an Licht und Wärme und sie können nicht so schnell abtrocknen. Das hätte dann wiederum Pilze und Mehltau zur Folge. Sobald ich daher merke, dass ich viel zu dicht gesät habe, zupfe ich einige Sämlinge aus. Statt auf den Kompost kommen Mangold und auch die Blätter von Radieschen und Roter Bete aber in den Salat.

Fazit: Mitte Juli kann man im Gemüsegarten definitiv noch zur Tat schreiten. Die vielen Möglichkeiten und der Platzmangel bringen mich jedoch Ende des Jahres immer ganz schön in die Bredouille, weil ich nur zu ungern auf das eine oder andere Gemüse verzichten möchte und die Beete noch besetzt sind.

Sarah

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