Gemüsegarten

Rotkohl im eigenen Garten – ein geglücktes Experiment!

28. September 2017
Rotkohl im eigenen Garten anbauen, ernten und lagern

Wenn es draußen kälter wird, die letzten Kopfsalate, Radieschen, Tomaten und Kohlrabi das Beet verlassen, bekommen wir Appetit auf deftige Speisen mit Kohl. Kohl ist das perfekte Gemüse für den Winter. Er ist reich an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralstoffen. Wir bauen jedes Jahr ein paar verschiedene Exemplare in unserem Garten an. In dieser Saison wollten wir uns an Rotkohl versuchen. Sechs Pflänzchen wurden ins Beet gesetzt, die es nun so langsam nach und nach zu ernten, zu verarbeiten und zu verspeisen gilt.

Das Experiment: Rotkohl im Garten kultivieren

Mit Wirsing, Brokkoli, Blumen- und Rosenkohl konnten wir die letzten Jahre schon so unsere Erfahrungen machen. Der Anbau von Rotkohl war bis jetzt dagegen totales Neuland für uns. Wir mussten uns erst einmal an den Gemüsekohl herantasten. Die Erwartungen waren nicht allzu hoch und wurden letztendlich doch übertroffen.

Späte Rotkohlsorten bilden schöne große runde Köpfe

Mit der Erwartungshaltung ist das beim Gemüseanbau ja immer so eine Sache. Eigentlich weiß man nie, was die jetzige Saison bringt. Das gilt auch für Gemüsesorten, die man schon einige Jahre lang erfolgreich im Garten kultiviert hat. Das Wetter und zahlreiche verschiedene Schädlinge können einem immer kurz vor Schluss einen Strich durch die eigene Rechnung machen. Ich weiß, wovon ich spreche. Auch die Ansprüche mancher Gemüsesorten an den Gartenboden sollten nicht unterschätzt werden.

Ansprüche an Standort und Pflege

Vom Rotkohl, auch Blaukraut oder Rotkraut genannt, wusste ich, dass er zu den Starkzehrern gehört. Er möchte also stets gut gefüttert und gewässert werden. Als Fürsprecherin der Mischkultur wollte ich das Kohlgewächs nicht allein ins Beet setzen. Sellerie, Blumenkohl und Brokkoli sollten seine Nachbarn werden. Wobei Sellerie zwischen die einzelnen Reihen einziehen sollte. Gesagt – getan.

Starkzehrer unter sich: Rotkohl, Sellerie, Brokkoli und Blumenkohl

Ende April ging es für sechs Rotkohlpflänzchen ins tiefgründig aufgelockerte Beet. Die Pflanzen hatte ich in diesem Fall aber nicht selbst vorgezogen, sondern auf dem Markt bei einem Gärtner gekauft. Aus diesem Grund weiß ich leider auch nicht, um welche Sorte es sich bei unserem Rotkohl handelt. Aber eines ist sicher, der Rotkohl gehört definitiv zu den späten Sorten.

Den gesamten Sommer über durften die Jungpflanzen wachsen und gedeihen. Ich hatte von Beginn an reichlich Fläche für sie eingeplant, denn ein Rotkohl kann locker einen Quadratmeter Platz für sich in Anspruch nehmen. Anfangs wurden die jungen Rotkohlpflanzen noch fleißig mit Pferdepellets gedüngt. Zur Mitte des Jahres stellte ich das Düngen jedoch ein. Den ‚roten Köpfen‘ hat das nicht geschadet. Sie sind trotzdem schön groß geworden. Drei von ihnen haben das Beet auch schon verlassen. Die Übrigen ließ ich dort weiterhin verweilen – es bot sich einfach noch nicht die Gelegenheit, den Rotkohl zur Beilage oder als Rotkohlsalat zu verarbeiten.

Frühe versus späte Rotkohlsorten

Wie bei so vielen anderen Gemüsesorten auch, gibt es vom Rotkohl die verschiedensten Züchtungen und Varianten. Grundlegend kann man zwischen frühen und späten Rotkohlsorten differenzieren. Die Kohlsorten unterscheiden sich aber nicht nur optisch voneinander, sondern auch hinsichtlich des Anbau- und Erntezeitpunkts – aber der Reihe nach.

Möchte man schon Anfang Juli den ersten Rotkohl aus dem Garten verzehren, dann sind frühe Sorten die richtige Wahl. Sie bilden in kürzester Zeit (etwa in 70 Tagen) kleine zarte Köpfe aus und munden daher sehr gut als Rohkost. Überhaupt sollten frühe Rotkohlsorten nicht zu lange im Beet gelassen werden. Sie neigen dazu, schnell zu platzen. Nach der Ernte sollten sie außerdem zügig verzehrt werden, weil sie sich anders als die späten Sorten nicht so gut lagern lassen.

Späte Rotkohlsorten ziehen zwar auch bereits ab Anfang April ins Gemüsebeet ein oder werden dort direkt ausgesät, sie haben jedoch eine viel längere Vegetationszeit. Traut man den Angaben mancher Saatgutanbieter, sollten Sommersorten um die 120 Tage oder länger im Beet bleiben. Nur so bilden sie schöne große feste Köpfe aus, die sich später gut lagern lassen. Die meisten späten Sorten können bedenkenlos bis kurz vorm Wintereinbruch im Garten bleiben. Jedoch sollte man die Köpfe regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrollieren.

Ernte und Lagerung von späten Rotkohlsorten

Wenn sich das Jahr so langsam dem Ende neigt und die Temperaturen gegen Null Grad sinken, ist es an der Zeit, auch die letzten Kohlköpfe vom Beet zu nehmen. Man zieht sie einfach vorsichtig mitsamt Wurzel aus der Erde. Bei Bedarf kann man sich auch eine Grabegabel zur Hilfe nehmen. Möchte man später den ganzen Kopf lagern, empfehlen einige Gartenratgeber, den Strunk am Kohl zu lassen und die daran befindliche Erde nur leicht abzuklopfen. Man kann diesen aber natürlich auch vorsichtig entfernen, ohne den Kopf zu verletzen.

Was man bei der Ernte von Rotkohl beachten sollte

Rotkohl mitsamt Strunk ernten

Schmutzige, zerfressene oder auch faulige Blätter sollten vor dem Einlagern immer entfernt werden. Zudem sollte man den Rotkohl von Gartenerde befreien. Das kann mit der Hand oder mit einem trockenen Tuch geschehen. Anschließend kann der Kohl am besten hängend im Keller aufbewahrt werden.

Ich weiß noch nicht, ob der eine oder andere Kopf ins Lager beziehungsweise in den Keller wandern wird. Ich mag es eigentlich, Gemüse einzukochen. Gerade mit Kleinkind bietet sich das Einkochen von Rotkohl an. So kann ich abends, wenn die Kleine im Bett ist, in Ruhe das Gemüse schnippeln, zubereiten und einkochen. Sobald wir dann darauf Appetit haben, muss ich es nur noch erwärmen und kann es kurz darauf servieren. Mit dem geernteten Rotkohl werde ich es die Tage ähnlich handhaben. Schon bald werde ich Euch also an dieser Stelle von einem wunderbaren Rotkohlrezept berichten!

Sarah

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