Garten

Unser Garten im Wandel — Wenn ein Wohnhaus im Garten entsteht

10. August 2020
Einen Neubau in einen bestehenden Garten etablieren

Hier war es lange Zeit ruhig. Es ist aber nicht so, dass sich bei uns im Garten Nichts getan hätte. Das Gegenteil war der Fall. Ich hatte 2018 ja bereits angedeutet, dass wir von einem Haus in unserem Garten träumten. Diesen Wunsch haben wir uns vergangenes Jahr erfüllt. Nun ist es an der Zeit, euch einen kleinen Einblick in unseren aktuellen Garten zu gewähren.

Um unser Eigenheim bauen zu können, bedurfte es natürlich freier Fläche. Das Grundstück ist an und für sich groß genug, jedoch befanden sich darauf auch eine Garage, ein Schuppen und ein ehemaliges Hühnerhaus, die viel Platz einnahmen. Sie mussten weichen und mit ihnen leider auch einige Bäume, eine Hecke, mehrere Sträucher und Stauden. Was sich umsetzen ließ, bekam (vorübergehend) einen anderen Standort, entweder in unserem eigenen Garten oder bei der Schwiegermama. Unsere jungen Obstbäume beispielsweise, darunter eine Sauerkirsche und ein Apfelbaum, kamen recht gut mit dem Umzug zurecht. Die in die Jahre gekommende Eberesche, die Forsythienhecke und auch die Kletterhortensie hatten dagegen keine Chance. Aber solche ‚Verluste’ sind wahrscheinlich normal, wenn man auf einem bereits bepflanzten Grundstück bauen möchte.

Erhaltung des Gemüsegartens

Gemüsegarten mit Hochbeeten

Unseren etwa 250 Quadratmeter großen Gemüsegarten, mit dem ich die Leidenschaft zum Gärtnern vor etwa sieben Jahren (wieder-)entdeckt hatte, konnten wir glücklicherweise erhalten. Da er hinter dem Gartenhaus gelegen ist, gingen die Baumaßnahmen fast spurlos an diesem Bereich des Gartens vorbei. Also wachsen auch in diesem Jahr wieder ganz viele verschiedene Gemüsesorten, unter anderem Kartoffeln, Fenchel, Salat und Bohnen, in unserem Garten heran.  Einzig ein Staudenbeet, das sich einst dort befand, wo heute ein Teil unseres Hauses steht, musste weichen.

Durch den Abriss der Garage und der betonierten Einfahrt an anderer Stelle haben wir aber wieder ein bisschen Fläche hinzugewonnen, die wir inzwischen als Anbaufläche für Gurken und Tomaten nutzen.

Außerdem bot sich dort auch Platz für ein kleines Dahlien-Rondell und für ein paar Kosmeen.


Integration des Gartenhauses

Unser Gartenhaus im Schwedenstil haben wir natürlich auch in der Grundstücks- und Hausbauplanung berücksichtigt. Das kleine in rot gestrichene Häuschen liegt uns besonders am Herzen. Als wir noch vor Jahren in Berlin wohnten, hatten wir es mit viel Liebe und Fleiß zu einem Wochenendhäuschen und Rückzugsort umgebaut, an dem es an Nichts fehlen sollte.Gartenhaus in Schwedenrot

 

Himbeerstrauch vor Gartenhaus

Es verfügt über eine Küche, ein kleines Bad mit Dusche und Waschmaschine, ein Bett, ein Sofa und natürlich auch über einen Kamin für laue Abende. Es ist so komfortabel, dass wir nach der Geburt unserer ersten Tochter sogar für ein halbes Jahr in dem Häuschen wohnten. Unser ‚Schwedenhaus’ ist also mit so vielen schönen Erinnerungen behaftet, dass ein Abriss niemals in Frage gekommen wäre. Wahrscheinlich hat es uns auch dazu bewogen, den Gedanken, ein anderes geeignetes Baugrundstück zu suchen, relativ schnell wieder zu verwerfen.

Gemeinsam mit unserem Architekten hatten wir uns dazu entschlossen, unser Wohnhaus direkt an das Gartenhaus angrenzen zu lassen und über eine große Terrasse zugänglich zu machen. So haben wir gleich einen kleinen Innenhof geschaffen, der als Sitzecke genutzt werden kann. Das Gartenhaus dient nun als Übernachtungsmöglichkeit für Freunde und Familie.

Terrasse mit Sitzecke
Gartenneugestaltung rund um das Einfamilienhaus

Nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit konnten wir unser Haus vergangenen August endlich beziehen. Inzwischen haben wir uns gut eingelebt und im Haus selbst gibt es keine größeren ‚Baustellen’ mehr. Anfang des Jahres war es also endlich an der Zeit, die Außenanlage in Angriff zu nehmen.

Nach der Bauphase sieht es rund um den Neubau ja für gewöhnlich wüst aus. Das war bei uns natürlich nicht anders. Vor allem der Eingangsbereich hatte gelitten. Wo einst Wiese war, war nur noch Sandlandschaft, welche Stück für Stück ausschließlich von hartnäckigem Unkraut erobert wurde. So konnte das nicht bleiben. Eine schnöde Rasenlandschaft kam aber nicht in Frage. Wir wollten wieder Leben, sprich Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, in unserem Vorgarten willkommen heißen. Dennoch sollte es natürlich pflegeleicht sein. Vor allem der Gießaufwand sollte sich bei unserem recht trockenen (Sand-)Boden und den niederschlagsarmen Sommern in Grenzen halten.

Bevor wir jedoch mit der detaillierten Gartengestaltung beginnen konnten, mussten im Frühjahr erst einmal Palisaden gesetzt werden.

Unsere Straße verfügt über eine leichte Steigung und unser Grundstück hat demzufolge etwas Gefälle. Die Palisaden helfen die unterschiedlichen Höhen zu überwinden und geben insbesondere dem Eingangsbereich und Vorgarten eine gewisse Struktur. Die Bilder aus dem Frühjahr 2020 veranschaulichen recht deutlich, wie schnell sich ein Gartenbereich doch innerhalb weniger Monate verändern kann.

Den Anfang machten der Eingangsbereich und Vorgarten

Während der direkte Eingangsbereich vor der Haustür gepflastert wurde, haben wir uns bei allen weiteren neu angelegten Beeten für blau-grauen Splitt entschieden. Wie pflegeleicht sich dieser im Herbst erweist, wenn unsere hängende Wildbirne sowie der Schneeball und Perückenstrauch ihre Blätter abwerfen und Richtung Weg wehen, wird sich zeigen … Damit zumindest von unten kein Unkraut durch den Split dringt, haben wir mit einem Unkrautvlies gearbeitet.

Neben einem kleinen Stück Wiese haben wir im Vorgarten zudem auch zwei Beete mit trockenheitstoleranten Stauden und Gräsern angelegt. Bei der Pflanzenauswahl wurde auf unterschiedliche Höhen und auch Blühzeiten geachtet. Außerdem bin ich meinem Farbschema (Rosa-Blau-Weiß) wieder weitestgehend treu geblieben. Im Herbst folgen für kommendes Frühjahr noch Zwiebeln von Tulpen, Hyazinthen und Zierlauch. Um den Stein im Vorgarten kam ich (leider) nicht herum. Er verdeckt nämlich den unansehnlichen Gullideckel.

Beet mit Gräsern und trockenheitstoleranten Stauden

Die Abgrenzung zum übrigen Garten übernimmt in den kommenden Jahren dann hoffentlich die etwa drei Meter lange neu gepflanzte Ligusterhecke. Ich hätte sie gerne etwa zwei Meter hoch, damit sie unerwünschten Blicken die Sicht in den hinteren Gartenbereich verwehrt. Dort befindet sich nämlich unter anderem der Spielbereich der Kinder, den ich euch gewiss auch schon ganz bald vorstellen werde. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren.

Hängende Wildbirne und Liguster im Vorgarten

Eure Sarah

 

You Might Also Like

keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Wir benutzen Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.